Buch des Monats August 2020 - Die Bibliothek empfiehlt

"Fräulein Gold – Schatten und Licht" - Anne Stern


Klappentext: "Die Hebamme von Berlin"

1922: Hulda Gold ist gewitzt und unerschrocken und im Viertel äusserst beliebt. Durch ihre Hausbesuche begegnet sie den unterschiedlichsten Menschen, wobei ihr das Schicksal der Frauen besonders am Herzen liegt. Der Grosse Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen und die junge Republik ist zwar von Aufbruchstimmung, aber auch von bitterer Armut geprägt. Hulda neigt durch ihre engagierte Art dazu, sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Zumal sie bei Ihrer Arbeit nicht nur neuem Leben begegnet, sondern auch dem Tod.

Im berüchtigten Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel der Stadt, kümmert sich Hulda um eine Schwangere. Die junge Frau ist erschüttert, weil man ihre Nachbarin tot im Landwehrkanal gefunden hat. Ein tragischer Unfall. Aber wieso interessiert sich der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North für den Fall? Hulda stellt Nachforschungen an und gerät dabei immer tiefer in die Abgründe einer Stadt, in der Schatten und Licht dicht beieinanderliegen.

Elend und Armut, aber auch ein ausschweifendes Nachtleben der wilden Zwanzigerjahre prägen das Berlin der Nachkriegszeit. Mittendrin die unerschrockene Hulda Gold, deren Mutter psychische Probleme hatte und sich umgebracht hat, und Kommissar Karl North, der in einem Waisenhaus gross geworden ist und eine trostlose und gefühlskalte Kindheit erlebt hat. Krimi, Historienroman und Liebesgeschichte verschmelzen zu einer Geschichte, auf deren Fortsetzung man gespannt wartet.

 

Fräulein Gold – Schatten und Licht, Historienroman, Autorin Anne Stern, Rowohlt Verlag, Hamburg 2020