Buch des Monats September - Die Bibliothek empfiehlt

Der erste Tag vom Rest meines Lebens

Klappentext:

Cesare ist 77 und zieht Bilanz. Von seinen einst hochfliegenden Träumen ist wenig aufgegangen. Seine Methode, mit den Enttäuschungen des Lebens umzugehen: Ironie und Sarkasmus. Das kommt bei seinen Mitmenschen nicht immer gut an. Bis Emma in die Nachbarwohnung zieht. Irgendetwas stimmt nicht mit ihr und ihrem Mann. Das sieht Cesare an Emmas traurigen Augen. Und plötzlich mischt sich Cesare ein. Er hat wieder Mut zu kämpfen. Für seine junge Nachbarin. Für die Liebe. Für das Glück, am Leben zu sein

Cesar eckt mit seinem zynischen Verhalten bei seiner Tochter, einer Anwältin sowie auch bei seinem Sohn an, der sich ein ganzes Leben nicht traute, ehrlich zu ihm zu sein. Seine Frau ist seit Jahren tot. Cesar lebt nun als eigenwillige Person allein und eher zurückgezogen in einem Mehrfamilienhaus. Mit dem Einzug der hübschen Emma in die Nachbarwohnung ändert sich sein Leben jedoch schlagartig. Er geht noch einmal in die Offensive, mischt sich nicht nur ins Leben und die Ehe seiner misshandelten Nachbarin ein, sondern mischt das ganze Haus auf.

Der Autor beschreibt hier das Leben eines im ersten Moment scheinbar alten neapolitanischen Mannes, der mit seinen 77 Jahren so einiges an Marotten entwickelt hat. Doch im Verlauf der Geschichte wird dem Leser klar, dass hinter diesem Menschen eine ganz besondere Persönlichkeit steckt. Man bekommt Einblick in die Seele eines alten Menschen, der sich noch lange nicht damit abgefunden hat, dass das Leben grösstenteils vorbei ist. Marone schafft es, dass trotz vieler grotesk-komischer Situationen die Ernsthaftigkeit nicht verloren geht. Ein unterhaltsamer und süffisanter Roman, welcher von einem wunderbar gezeichneten, unbequemen-liebenswerten Hauptprotagonisten lebt.

Der erste Tag vom Rest meines Lebens, Roman, Autor Lorenzo Marone, Piper Taschenbuch, 2016.